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Claude Skills — am Beispiel Netlify Deploy-Check

Das Rad muss nicht immer wieder erfunden werden — Wiederkehrende Agent-Workflows gehören in einen Skill.

2026-03-12 · Stefan Wendel · Claude Opus 4.6


Ein Skill ist ein wiederverwendbares “Slash-Command” für Claude Code — eine Markdown-Datei mit Anweisungen, die der Agent auf Abruf ausführt. Statt denselben Prompt immer wieder zu tippen, definiert man ihn einmal als Skill und ruft ihn mit /skill-name auf.

In unserem Fall wollen wir folgenden Workflow in einem Skill abbilden: Nach einem PR-Merge auf main triggert Netlify automatisch einen Build. Die Frage ist immer dieselbe: Ist der Deploy schon durch? Bisher habe ich dafür jedes Mal das Netlify-Dashboard geöffnet oder eine curl-Zeile aus der Shell-History gefischt oder 5- bis 10-mal auf CMD-R gedrückt. Alles unterbricht den Flow. Und der Flow ist ja das neue Gold, also: unterbrich niemals den Flow ;-)

Die Lösung besteht aus zwei Teilen: Den API-Token für die Netlify-API-Abfrage, ob der Deploy schon durch ist, einmalig sicher auf seinem Rechner ablegen — und den ganzen Workflow als Claude Code Skill verpacken, damit er jederzeit mit einem Slash-Command abrufbar ist.

Teil 1: Secrets im macOS Keychain

macOS hat einen eingebauten, verschlüsselten Secret Store: den Keychain. Kein Homebrew-Paket, kein externes Tool — das CLI security ist auf jedem Mac vorhanden.

Token speichern (einmalig):

security add-generic-password -s "netlify-api-token" -a "1001lessons" -w "DEIN_TOKEN"

Token abrufen (in Scripts oder Prompts):

security find-generic-password -s "netlify-api-token" -a "1001lessons" -w

Das war’s. Der Token liegt verschlüsselt im Keychain, geschützt durch Login-Passwort oder Touch ID. Kein Risiko, ihn versehentlich zu committen. Kein .env-File, das in .gitignore stehen muss und trotzdem irgendwann im falschen Repo landet.

Dieses Muster funktioniert für jeden API-Token, SSH-Passphrase oder sonstigen Secret, den man in der Shell braucht.

Teil 2: Claude Code Skills

Claude Code unterstützt eigene Slash-Commands — sogenannte Skills. Eine Skill-Datei ist nichts weiter als eine Markdown-Datei in .claude/commands/, die einen Prompt enthält. Wenn ich /check-deploy eintippe, führt Claude den Prompt aus.

Datei anlegen: .claude/commands/check-deploy.md

Prüfe den aktuellen Netlify Deploy-Status für 1001lessons.io.

Nutze den Netlify API Token aus dem macOS Keychain:
security find-generic-password -s "netlify-api-token" -a "1001lessons" -w

Ruf damit die Netlify Deploy API ab und gib aus:
- State (building / ready / error)
- Zeitstempel
- Deploy-Dauer

Aufrufen: Einfach /check-deploy in Claude Code eintippen. Der Agent liest den Token aus dem Keychain, ruft die API ab und gibt den Status aus. Keine curl-Zeile kopieren, kein Dashboard öffnen.

Warum das ein gutes Muster ist

Die Kombination aus Keychain und Skill löst zwei Probleme gleichzeitig:

Secrets bleiben sicher. Der Token steht weder im Prompt noch in einer Datei, die im Repo landen könnte. Der Agent liest ihn zur Laufzeit aus dem Keychain — genau wie ein Shell-Script es tun würde.

Workflows werden wiederverwendbar. Statt jedes Mal den gleichen API-Call zu erklären, definiere ich den Workflow einmal als Skill. Der Agent hat den Kontext — er weiß welches Projekt, welche Site, welche API. Ich tippe einen Slash-Command und bekomme das Ergebnis.

Das Prinzip lässt sich auf jeden wiederkehrenden Workflow übertragen: CI-Status prüfen, DNS-Einträge abfragen, Lighthouse-Scores abrufen. Wenn man denselben Prompt zum dritten Mal tippt, lohnt sich ein Skill.

Schritt für Schritt

  1. Netlify Personal Access Token anlegen: netlify.com → User Settings → Applications
  2. Token im Keychain speichern: security add-generic-password -s "netlify-api-token" -a "ACCOUNT" -w "TOKEN"
  3. Netlify Site ID raussuchen: Site Settings → Site details
  4. Skill anlegen: .claude/commands/check-deploy.md mit dem Prompt-Template
  5. Testen: /check-deploy in Claude Code eingeben

Goodie on top: Automatische Deploy-Benachrichtigung

Es geht noch einen Schritt weiter. In meinem Setup muss ich /check-deploy gar nicht selbst aufrufen — Claude teilt mir den Deploy-Status automatisch mit, wenn es im Kontext passt.

Der Trick: In der CLAUDE.md steht als Anweisung, dass der Agent nach einem PR-Merge oder Push auf main prüfen soll, ob der Deploy durchgelaufen ist. Claude kennt den Skill, kennt den Kontext — und ruft den Check selbstständig auf. Kein Slash-Command nötig.

Technisch passiert dabei nichts Magisches. Claude Code liest beim Start der Session die CLAUDE.md und sieht die registrierten Skills. Wenn die Situation passt — gerade wurde ein PR gemergt, gerade wurden Posts ins Content-Repo gepusht — führt der Agent den Skill eigenständig aus und meldet: „Deploy ist ready, hat 45 Sekunden gedauert.”

Das ist der eigentliche Mehrwert von Skills gegenüber Shell-Aliases oder Bookmarks: Der Agent kann sie nicht nur auf Befehl ausführen, sondern auch proaktiv — weil er den Kontext versteht, in dem sie sinnvoll sind.